Vorderlader, Sharps/Smith, Wiederlader | Artax Vorderlader

Reenactment Waffen

Udo Lander, Sachverständiger beim Kuratorium zur Förderung historischer Waffensammlungen e.V. schreibt:

Alle von der Firma ARTAX angebotenen Steinschlossrepliken mit glattem Lauf entsprechen den jeweiligen Vorbildern exakt. Es handelt sich dabei im einzelnen um Repliken folgender Steinschloss-Originale:

  • England, Brown Bess Carbine 1715
  • England, Brown Bess Long Land Pattern 1728
  • England, Brown Bess Long Land Pattern 1756
  • England, Brown Bess Infanteriegewehr 1762
  • England, Brown Bess Short Land Pattern 1768
  • England, Brown Bess India Pattern 1790
  • Frankreich, Infanteriegewehr Charleville 1766
  • Frankreich, Infanteriegewehr Charleville 1777
  • Frankreich, Musqueton de Cavallerie 1777
  • Frankreich, Mousqueton de Hussards 1786
  • Amerika, Trademusket um 1780/1800

Alle Vorbildwaffen wurden zu Ihrer Zeit generell und ausschließlich militärisch genutzt. Da in vielen durchaus bekannten und belegbaren Fällen der reguläre, staatlicherseits gelieferte Nachschub an Waffen entweder wegen Ausfalls von Produktionsmitteln oder mangels Liquidität, oft auch wegen in Verlust geratener Transportkapazitäten nicht ausreichend war, hat man in manchen Fällen nolens volens auf alles, was nach Feuerwaffe aussah und sich in den Händen der Bevölkerung befand, zurückgegriffen (z.B. Preußen 1813, Befreiungskriege, Sachsen 1763 nach Ende des Siebenjährigen Krieges). Auch die in Nordamerika im zivilen Bereich zahlreich vorhandenen und für die Jagd konzipierten Trademuskets dürften in nicht unerheblichen Mengen ersatzweise nicht nur beim regulären amerikanischen Militär, sondern auch bei paramilitärischen Gruppierungen Verwendung gefunden haben.

Ordonnanzbestimmungen waren in allen Ländern, die stehende Armeen unterhielten, unterschiedlich und galten natürlich nur im betreffenden Land. Die ersten Ordonnanzbestimmungen in Europa kamen um 1685 in England auf, 1717 folgte Frankreich und 1723 Preußen. Auch die österreichische Armee erhielt mit der "ordinären Flinte" 1722 ihre erste Ordonnanzwaffe. Erst ab diesen Jahren kam es zu staatlich initiierten und von den jeweiligen Heeresverwaltungen getätigten Bestellung großen Ausmaßes von gleichartigen Feuerwaffen an neu errichtete Gewehrfabriken.

Vor den genannten Jahren kann man keinesfalls von Ordonnanzwaffen sprechen. Natürlich wurden zu allen Zeiten auch nicht reglementierte Gewehre zu kriegerischen Zwecken verwendet. Den Begriff Musketen gibt es seit Einführung der Steinschlosszündung nicht mehr, vielmehr wäre der Begriff Infanteriegewehr mit glattem Lauf korrekt.